
Noch schlummern die Blumenzwiebeln, die ich im Herbst gesetzt habe, in der Erde. Doch sobald die Bodentemperaturen steigen, schieben sich ihre zarten grünen Triebe kraftvoll ans Licht und strecken ihre ersten Blättchen in die Sonne. Schneeglöckchen und Krokusse fangen an zu blühen und zaubern die ersten Farbtupfer auf Wiesen und in Gärten.
Auch wir sehnen uns wieder nach mehr Helligkeit und Licht und blühen regelrecht auf, wenn die Wintersonne unser Gesicht wärmt und unsere Seele streichelt. Licht ist lebensnotwendig – für jede Art von Leben.
Der Februar enthüllt unterschiedliche Aspekte von Licht: Mit dem 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess, endet die Weihnachtszeit. Gleichzeitig wird der Tag sichtbar heller.
Rund um den 3. Februar empfangen wir den Blasiussegen. Zwei gekreuzte, brennende Kerzen werden vor den Hals gehalten – als Symbol für Licht und Gesundheit.
Fastnacht, „die Nacht vor dem Fasten“, fällt in die Februarmitte. Sich verkleiden, in andere Rollen schlüpfen und fröhlich miteinander feiern, hat durchaus etwas Befreiendes. Den Alltag mit allem, was mich (über-)fordert und belastet, für ein paar Tage in den Hintergrund treten lassen, kann stimmungsaufhellend sein und im besten Fall erlahmte Kräfte ankurbeln.
Danach kann die Fastenzeit helfen, gewohnte Verhaltensmuster zu überdenken und in ein positiveres Licht zu rücken: durch bewussten Verzicht, Ressourcenschonung und Selbstfürsorge.
Wo scheinen für mich verborgene Kraftquellen auf?
Wie werde ich hell-höriger für meine eigenen Bedürfnisse?
Was braucht es, damit mein Leben an Leuchtkraft gewinnt?
Wie kann ich meine Beziehung zu Gott strahlender werden lassen?
In der Natur kann ich besondere Licht-Momente einfangen: den atemberaubenden Blick auf verschneite Bergspitzen im Abendrot; die Sonnenstrahlen, die den dichten Nebel durchbrechen; die frisch aufgeblühten Krokusse, die mir von Weitem entgegenleuchten.
Ulrike Müller
Kolpingsfamilie Bühl


