
Anna Mairhofer (rechts) mit Familie.
Kolping und Demokratie gehören untrennbar zusammen. Das zumindest findet Anna Mairhofer. „Demokratie – das ist Urkolping. Dass man sich für die Gesellschaft und andere Menschen engagiert, nicht davor zurückschreckt, Stellung zu beziehen – das gehört für mich einfach dazu“, sagt sie. Seit elf Jahren sitzt sie für die Grünen in Eppingen im Gemeinderat. Die dortige Kolpingsfamilie stellt acht Stadträtinnen aus vier Fraktionen. „Bei uns heißt es: Die Kolpingsfamilie hat fast die größte Fraktion“, erzählt Mairhofer schmunzelnd. Auf den Listen der Fraktionen finden sich noch mehr Kolpinggeschwister. Dass dies so ist, ist für sie normal. Ein Onkel von ihr ist seit 1994 Mitglied im Gemeinderat. „Wenn man eine funktionierende Gesellschaft will, muss man etwas dafür tun“, ist sie überzeugt.
„Ich bin ein richtiges Kolpingkind"
Anna Mairhofer ist eine Macherin. Die Kolping-Sozialisation hat hier ihr Übriges getan. „Ich bin ein richtiges Kolpingkind“, erklärt die 40-Jährige. In der KF Eppingen ist sie die Schriftführerin. Engagement beginnt im Kleinen. Bei ihr war es die fehlende Krabbelgruppe vor Ort, die sie ins Leben gerufen hat. Auch als Lehrerin für Gemeinschaftskunde gehört für sie gesellschaftliches Engagement dazu. Die zurückliegende Bundestagswahl und deren Ergebnisse stecken ihr, der ehrenamtlichen Wahlhelferin, noch in den Knochen. In ihrem Auszählungsbezirk wählten 32 Prozent die AfD. In ihrer Schule gibt es einen hohen Migrantenanteil. „Diese Kinder haben wirklich Angst“, sagt sie. Aber auch: „Man muss Wege aufzeigen, weil nicht alles rund läuft.“
Das letzte Angebot in ihrer KF war eine Veranstaltung vom Bildungswerk der Erzdiözese zum Widerstand im Nationalsozialismus, die sie über Leinwand übertragen haben. Vor Ort eingespannt sind sie aber zurzeit mit einem Neubau für Material und Jugendliche: „Damit die Jugendlichen sich treffen können – und angenommen werden, wie sie sind.“ Ein Neubau also – letztendlich auch für Demokratie.
Anna Mairhofer
In der KF Eppingen Schriftführerin im Vorstand. Ihre vier Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren sind Kolpingmitglieder, ebenso ihr Mann.


