Aus der Zustiftung von Karl Hemmer und weiteren Zustiftungen konnten drei Projekte im Bereich Aus- und Fortbildung unterstützt werden.
Verein Nuestra America e.V. zur Förderung des Programms „Lateinamerikanische Schule“
Der gemeinnützige Verein bemüht sich mit seinen regelmäßigen Angeboten, Aktivitäten und Projekten darum, Anknüpfungspunkt für die in Freiburg lebenden lateinamerikanischen Familien zu sein. Ein Ziel ist dabei, den Integrationsprozess dieser Familien in die deutsche Gesellschaft zu erleichtern. Unterstützend wirken hierbei Bildungsangebote im Rahmen des Programms „Lateinamerikanische Schule“, an dem die Kinder und Jugendlichen teilnehmen. Für diese pädagogische Arbeit werden u.a. zweisprachige Bücher für die unterschiedlichen Altersgruppen, Bilderbücher sowie didaktische Materialien, wie zum Beispiel Rhythmusinstrumente, Spiele und Bastelmaterial für die Musik- und Kreativworkshops benötigt, die mit unserer Förderung nun angeschafft werden können.
Verein Tangeni Shilongo Namibia e.V. für das Schulprojekt, verbunden mit einer Coronasoforthilfe
Seit 2015 fördert der gemeinnützige Verein in Namibia ein Schulprojekt und bis zu zwei Stipendien für ein Universitätsstudium pro Jahr. Mit dem Schulprojekt wird bis zu 100 Kindern und Jugendlichen eine Bildungs- und Begegnungsstätte sowie eine Wohlfühloase im Umfeld eines Townships mit 25.000 angesiedelten Menschen geboten. Die Zielgruppen sind Familien, die nicht die finanziellen Mittel haben, um ihren Kindern den Besuch staatlicher Schulen oder einer Universität zu ermöglichen. Mit der Coronapandemie kam nun als zusätzliche Herausforderung die Schwierigkeit hinzu, die Familien mit Lebensmitteln zu versorgen. Der örtliche Supermarkt „Food Lovers Market“, der die Kinder in normalen Zeiten im Rahmen des Schulprojektes mit Obst und Gemüse versorgt, unterstützt Tangeni Shilongo Namibia e.V. derzeit sowohl logistisch als auch mit Lebensmitteln. Um dies weiter gewährleisten zu können und den Familien neben der Bildung auch eine Lebensgrundlage bieten zu können wird unsere Förderung eingesetzt.
teamZUKUNFT gGmbH für das Projekt „Kinderfreizeit-Kindern eine Auszeit geben“
Die gemeinnützige GmbH teamZUKUNFT bietet bereits seit über 17 Jahren jeden Sommer Kinderfreizeiten an für Kinder in prekären Lebenslagen und fördert damit deren Zukunftschancen. Die Kinder haben oft schon vieles in ihrem jungen Leben erlebt und weisen dadurch hohe soziale Defizite aus. Durch ein förderndes und defizitausgleichendes Konzept möchte teamZUKUNFT einen Beitrag zur Chancengleichheit von Kindern in Deutschland leisten und ihnen wichtige Erfahrungen für einen Weg in eine bessere Zukunft mitgeben. So werden auf spielerische Art und Weise soziale Kompetenzen erworben, das Sozialverhalten gefördert und die Teilhabe an kulturellem und gesellschaftlichem Gut ermöglicht. Im ritualisierten „Alltag“ werden Alltagskompetenzen, wie die richtige Körperhygiene oder das Essen mit Besteck geübt. Mit unserer Förderung ermöglichen wir Kindern eine Chance für ihre Zukunft und Auszeit von ihrem schwierigen Lebensumfeld zu erhalten. Weitere Informationen finden sich hier: www.teamzukunft.online
Quelle: teamZUKUNFT gGmbH Freiburg
Aus der Zustiftung unseres Kolpingbruders Rudolf Fischer im Kapitalstock II werden seinem Wunsch entsprechend Projekte im Bundesstaat Kerala in Indien gefördert werden.
Förderprojekte Spielplatz und Toiletten für die Bewohner des Jugendheims und Internats in Kompayar, Idukki District
Mit Pater Thomas Kutty konnten wir einen Ansprechpartner bei uns vor Ort ausfindig machen, der aus Kerala stammt und über seinen Orden der „Eucharistischen Missionare e.V.“ direkte Verbindungen in den Bundesstaat Kerala in Indien hat. Dieser unterhält in Kompayar, einer Stadt im Idukki Distric, ein Internat für Schulkinder aus ärmlichen Verhältnissen. Die Kinder sind dort untergebracht, weil sie einen langen Weg von zu Hause zur Schule haben oder weil die Eltern die Kosten für einen Schulbesuch nicht tragen können. Sie werden in den Klassenstufen 5 bis 10 unterrichtet. Neben den Schulgebäuden und der Mensa steht nun der Bau eines Spielplatzes im Vordergrund, damit die Kinder neben der schulischen Bildung auch ihre sonstigen Fähigkeiten entdecken können. Die Coronapandemie hat darüber hinaus gezeigt, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist. Dies hat zur Entscheidung geführt, nun auch in diesem Bereich mit der Errichtung von sanitären Anlagen einen weiteren Beitrag für die Zukunft der Kinder zu leisten. Mit unserer Förderung können nun beide Projekte realisiert werden.
Quelle: Thomas G. auf Pixabay
Mit dem in die zweckgebundenen Rücklagen eingestellten Betrag aus diesem Kapitalstock für Indienprojekte im Bundesstaat Kerala möchten wir ein konkretes Projekt im Sinne unseres Zustifters gemeinsam mit dem Internationalen Kolpingwerk und Kolping Indien realisieren. Wir stehen diesbezüglich bereits im Austausch mit Gregor Federhen, dem für Indien zuständigen Länderreferenten und werden in Kürze im Rahmen einer Videokonferenz den neuen Nationaldirektor Father Maria Soosai kennenlernen. Wie auf der ganzen Welt standen im vergangenen Jahr Soforthilfen aufgrund der Coronapandemie primär im Vordergrund.
Ein Auszug aus einer E-Mail vom 01.07.2021 von Gregor Federhen schildert diese Situation ganz deutlich: „Die Situation in Indien ist weiter bedrückend, obwohl die Zahlen auch dort stark zurückgegangen sind. Inzwischen gibt es aber eine neue, sogenannte Delta Plus-Variante und auch hier erwartet man nichts Gutes…“
In seiner letzten E-Mail vom Montag schrieb er mir Folgendes: „India has been devastated by the impact of covid 19 second wave. The fatality rate as you are aware in India is so high. The health infrastructure was so ill equipped that it could not provide adequate treatment facilities as the number of patients increased. The issue is not purely pertaining health crisis in urban. Now it is the disease of both rural and urban. The covid second wave has negative impact on the poor. As there is prolonged lockdown, the most affected poor communities groups have no means to sustain the family. Kolping members lost their livelihood which need to be reconstructed as the government has come forward to gradually relax the restrictions.”
Hier die Übersetzung der E-Mail von Father Maria Soosai: „Indien wurde durch die Auswirkungen der zweiten Welle von Covid-19 verwüstet. Wie Sie wissen, ist die Todesrate in Indien so hoch. Die Gesundheitsinfrastruktur war so schlecht ausgestattet, dass sie bei steigender Patientenzahl keine adäquaten Behandlungseinrichtungen bieten konnte. Das Problem bezieht sich nicht nur auf die Gesundheitskrise in Städten. Jetzt ist es die Krankheit sowohl der ländlichen als auch der städtischen Gegenden/Landschaften. Die zweite Covid-Welle hat negative Auswirkungen auf die Armen. Da es einen längeren Lockdown gibt, haben die am stärksten betroffenen Gruppen der armen Gemeinden keine Möglichkeit, die Familie zu ernähren. Auch Kolpingmitglieder haben ihre Lebensgrundlage verloren, die neu aufgebaut werden muss.“