Partnerschaft mit Vietnam
Am Samstag, den 5. September 2020, fand eine Videokonferenz des Arbeitskreises „Eine Welt“ des Kolping-Diözesanverbands Freiburg mit einer Delegation von Kolping Vietnam statt. An dieser nahmen folgende Personen teil. Für den Kolping-Diözesanverband Freiburg: Vi-Bui Ridder, Silke Wegele, Helmut de Francisco.Für Kolping Vietnam:Thomas Hoàng Văn Nhàn (President), Paul Nguyễn Hữu Nghĩa Hiệp (Secretary), Anthony Chung Thanh Bình (Project Coordinator), Joseph Nguyễn Hồ (Chief of Office), Peter Trần Văn Chuẩn (Financial Controller). Vi-Bui Ridder, Mitglied in der Kolpingsfamilie Ettenheim und im Arbeitskreis, übernahm dabei die Übersetzung. Der Arbeitskreis beschäftigt sich schon seit längerem mit einer weiteren Partnerschaft im Internationalen Kolpingwerk. Mit Hilfe der Videokonferenz tauschte sich der Arbeitskreis mit den Verantwortlichen von Kolping Vietnam aus, da der südostasiatische Nationalverband noch keinerlei Erfahrungen mit einer Partnerschaft sammeln konnte. Infolgedessen freuten sich die Kolping-Mitglieder in Vietnam sehr und wollten vom Arbeitskreis wissen, was eine Partnerschaft alles erfordert und wie diese konkret gestaltet werden kann. Darüberhinaus bestand auch großes Interesse, vom Arbeitskreis zu erfahren, wie der Verkauf von Kaffee und das dazugehörende Marketing erfolgreich ablaufen kann. In diesem Zusammenhang bedankt sich der Arbeitskreis nochmals ganz herzlich für die großzügige Weihnachtsspende im Jahr 2019, die für den Bau von Toilettenhäuschen in Vietnam verwendet wurde. Solche Projekte - wie zum Beispiel auch die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser - sind wichtige Bausteine zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in Vietnam. Der Arbeitskreis „Eine Welt“ des Kolping-Diözesanverbands Freiburg verständigte sich mit der Delegation von Kolping Vietnam schließlich darauf, eine weitere Videokonferenz im Dezember bzw. im Januar abzuhalten, bei der die nächsten Schritte der Partnerschaft besprochen werden sollen. An dieser werden dann auch Antonia Bäumler, Geschäftsführerin des Kolpingwerks Freiburg, und Wolfgang Bandel, Vorsitzender des Kolping-Diözesanverbands Freiburg, teilnehmen.
Unterseiten:
Ein Dankesbrief aus Vietnam
Dass das Engagement des Arbeitskreises „Eine Welt“ vor Ort tatsächlich ankommt bringt sehr schön ein Dankesbrief aus Vietnam zum Ausdruck.
„Sehr geehrte Damen und Herren, die Gemeinde Ngọc Liễn befindet sich in der Stadt Quán Hành, 12 Kilometer östlich von der Stadt Vinh. Das tägliche Leben der Bewohner hängt hauptsächlich von der Landwirtschaft ab, es gibt nur wenige kleine Unternehmen mit einigen Menschen. In den letzten Jahren haben viele Menschen aufgrund einer kontaminierten Wasserquelle Krebs bekommen. Infolgedessen wünschte sich die Gemeinde eine eigene Wasserfilteranlage, um sowohl Menschen innerhalb als auch außerhalb der Gemeinde zu dienen. Dann wurde diese Erwartung wahr. Dank sei Gott, danke an den Kolping-Diözesanverband Freiburg in Deutschland, der durch den nationalen Vorstand von Kolping Vietnam und den Diözesanvorstand von Vinh gute Bedingungen geschaffen hat, um zu helfen. Die Gemeinde Ngọc Liễn im Allgemeinen und die Kolpingsfamilie Ngọc Liễn im Besonderen verfügt nun über eine Wasserfilteranlage für mehr als 400 Haushalte, für Menschen in der Gemeinde sowie für nichtreligiöse Menschen. Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen. Möge Gott Sie auf Fürsprache des Seligen Adolph Kolping segnen.“
Im Namen der Kolpingsfamilie Ngọc Liễn: John Đinh Văn Huy Peter Hà Văn An

Quelle: Kolping International
Ein Reisebericht von Dr. Hildegard Hagemann von KOLPING INTERNATIONAL: Acht intensive Tage im Norden Vietnams
Meine erste Reise in den Norden verband das Nützliche mit dem Feierlichen. Während die Tage in Hanoi durchgetaktet waren mit Treffen von Regierungseinrichtungen, internationalen Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen sowie Handelspartnern der GEPA konnten wir mit vielen Kolpingsfamilien auch den Josefstag begehen. Den Kolpingmitgliedern war der Besuch des nationalen Vorstands und des Präses besonders bei den großen Feierlichkeiten in der Diözese Vinh ebenso willkommen wie die kleinen Seminare zur Vorstellung der Zusammenarbeit mit der neuen Fachkraft aus Deutschland. Wichtig waren in jedem Fall auch die informellen Kontakte und die gemeinsamen Festessen bei den Kolpingsfamilien in Vinh, Cua Loc, Bach Lo, Phin Ho und Nghia Lo. Die Kolpingsfamilien in Vietnam begehen den Josefstag festlich. Beeindruckend war die Zahl der Kolpingschwestern und -brüder, die im pastoralen Zentrum von Vinh zusammenkamen. 800 Menschen feierten zusammen Messe, die von Bischof Alphonse, der seit zwei Jahren Bischof von Vinh ist, zelebriert wurde. Diejenigen, die morgens nicht ins Pastoralzentrum kommen konnten, feierten in ihrer täglichen Abendmesse den Josefstag und diskutierten mit dem Besuch aus Ho Chi Minh-Stadt, wie in der Gemeinde Cua Loc. Auch hier gab es beeindruckende Zahlen an jungen und alten Kirchgängerinnen und Kirchgängern.

Quelle: Hildegard Hagemann
Ein besonderes Highlight war der Ausflug in das Primatenschutzzentrum im Nationalpark Cuc Phuong. Hier arbeitet schon seit 2002 Elke Schwierz, die vom Zoo Leipzig entsandt ist, momentan als Interimsleiterin des Zentrums. Sie kooperiert mit den Kolpingjugendgemeinschaftsdiensten, die über das „weltwärts-Programm“ junge Menschen nach ihrem Schulabschluss in viele Länder vermitteln, u.a. auch nach Vietnam zu vier im Naturschutz tätigen Partnerorganisationen. Die Corona-Pandemie hat das Programm abrupt unterbrochen, aber Überlegungen zum Neustart sind gemacht, sobald es wieder möglich ist. Der Besuch wurde auch genutzt, Khoi Binh Vietnam dieses Programm vorzustellen, denn leider kennen sich die Akteure bisher nicht. Die letzte Etappe der Reise wurde mit einem Besuch bei einem GEPA-Handelspartner eingeleitet. Craftlink arbeitet mit ethnischen Minderheiten zur Erstellung von Kunsthandwerk und zur Vermarktung über den fairen Handelspartner GEPA zusammen. Da konnte ich nicht widerstehen und ein wunderbarer orangener Seiden-Leinenmixschal wechselte die Besitzerin und kam anschließend in der Pfarrei Bach Lo gut zum Einsatz. So wurde am Festtag des Heiligen Josefs, des Handwerkers, am 1. Mai, mit einer Kolpingsfamilie diskutiert und zelebriert. Starke Jungkolpinggruppen fragten nach Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Jungkolpinggruppen. Kolpingmitglieder waren an einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft interessiert und auch das Interesse von Unternehmerinnen an Mikrokrediten zum Aufbau kleiner Geschäfte war groß.

Quelle: Hildegard Hagemann
Die Reise führte dann in die Pfarrei Phinh Ho, die überwiegend von der ethnischen Minderheit der H’mong bewohnt ist. Hier wurde das Sanitäre Anlagen-Projekt der letzten Weihnachtsspendenaktion von KOLPING INTERNATIONAL vorgestellt. Dieses Mal ging es jedoch um die Weiterverarbeitung und Vermarktung eines speziellen grünen Tees, der hier besonders gut wächst, mithilfe des sozialen Unternehmens, das Khoi Binh in Ho Chi Minh-Stadt aufbaut. Hier ist Beratung gefragt zum Aufbau von Kooperativen, aber auch bei Zertifizierungen für ökologischen Anbau in Vietnam. Die Zeit bis zur Abfahrt des bequemen Reisebuses zurück zum Noi Bai International Airport in Hanoi galt der 115 Jahre alten St. Theresagemeinde in Nghia Lo, wo eine Jungkolpinggruppe ein Recycling-Projekt ins Leben gerufen hat.
52 Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren engagieren sich hier, um Geld für karitative Zwecke zu erwirtschaften. Aber durch die Einnahmen sollten auch schöne Kolping-T-Shirts angeschafft werden, denn das belebt die Motivation für gemeinsame Anstrengungen. So ging es für mich schließlich zurück nach Ho Chi Minh-Stadt mit einem Rucksack voller Eindrücke und Aufgaben.
Dr. Hildegard Hagemann, KOLPING INTERNATIONAL

Quelle: Hildegard Hagemann


