
Schon seit einigen Jahren steht in meinem Büro ein besonderer Bildband im Bücherregal. Er besticht nicht nur durch die ergreifenden Pastellgemälde des jüdischen Künstlers Daniel Lifschitz, sondern auch und vor allem durch die darin abgedruckten Texte. Das Buch „Auf drei Säulen ruht die Erde“ enthält eine Sammlung verschiedener Lebensweisheiten des Chassidismus, einer mystischen Glaubensbewegung des Judentums. Sie ist vor allem für ihre kurzen, aussagekräftigen und lebensnahen Geschichten bekannt.
Eine davon handelt von einem Rabbi Nachman, der meint: „Andere glauben, das Erzählen von Geschichten fördere das Einschlafen; ich hingegen glaube, das Erzählen von Geschichten ist hilfreich, um Menschen aufzuwecken.“
In diesem Jahr feiert meine „Heimatkolpingsfamilie“ Reichenbach ihr 100-jähriges Bestehen und bei so mancher Gelegenheit werden auch dort Geschichten erzählt. Erstaunlich, was da alles passiert ist, gefeiert und geleistet wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten! Auch dies sind Geschichten, die nicht einlullen und schläfrig machen sollen, sondern aufwecken, erfreuen, motivieren zum „Weitermachen“ und zum Aufbauen auf dem, was viele ältere Kolpingschwestern und -brüder durch ihr Engagement und ihre Begeisterung für das Werk Adolph Kolpings grundgelegt haben.
Ich wünsche uns allen, dass wir die „Kolpinggeschichten“ weiterhin lebendig halten, weitererzählen und gerne auch selbst eine aktive Rolle darin spielen!
Volker Schwab


